die Wissenschaft hat festgestellt...

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sepa
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die Wissenschaft hat festgestellt...

Beitrag von sepa » Di Okt 30, 2012 5:52 pm

Ich bin etwas verwirrt.
Bei dem folgenden link steht, dass die vorzeitige Ejakulation eine angeborene Störung sei. Serotonin-Rezeptoren:

"Es handelt sich also nicht, wie in der Vergangenheit sooft behauptet, um eine psychische sondern um eine organische (neurobiologische) Erkrankung."
"http://porst-hamburg.de/spezielle-andro ... html#c1051"

und weiter: "Lagen in früheren Zeiten die Hauptanstrengungen in verhaltenstherapeutischen Behandlungsansätzen – so genannte Stop-Start- oder Squeeze-techniken, wobei entweder das Paar gemeinsam die sexuelle Aktivität unterbricht, wenn er es quasi kommen spürt, oder aber die Partnerin einen Schmerzreiz auf die Eichel ausübt (squeeze) und somit die Ejakulation unterdrückt wird, so hat sich in den letzten 10 Jahren das therapeutische Szenario beim vorzeitigen Samenerguss eindeutig hin zur medikamentösen Behandlung verändert."

Ich frage nun: Ist das so eine Art Richtungsstreit, wie bspw. in der Wirtschaftswissenschaft: Neoklassik gegen Keynesianer; der sich gar nicht auflösen lässt. Oder gibt es tatsächlich einen von der Mehrheit der Mediziner geteilten Standpunkt. Also: Stop-Start ist Quatsch, das ist angeboren, Medikamente her oder: Medikamente sind Quatsch, das lässt sich wegtrainieren.

Ich würde mich freuen, wenn mich jemand sachkundiges auf aktuellen Stand bringen könnte.

Zur Ergänzung: Bei mir ist es so, dass ich mit Betäubungscremes gut fahre. Allerdings ist es so, dass ich die manchmal (weiß man natürlich vorher nicht) gar nicht brauche und "normal" Sex haben kann und auch schon - neue Frau - monatelang problemlosen Sex hatte. Plötzlich kippte das dann.

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carsten
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selbst beantwortet

Beitrag von carsten » Di Okt 30, 2012 6:00 pm

hallo,

im prinzip hast du deine frage ja schon selbst mit deinem letzten satz beantwortet:
Bei mir ist es so, dass ich mit Betäubungscremes gut fahre. Allerdings ist es so, dass ich die manchmal (weiß man natürlich vorher nicht) gar nicht brauche und "normal" Sex haben kann und auch schon - neue Frau - monatelang problemlosen Sex hatte. Plötzlich kippte das dann.
also "angeboren" und durch training "unlösbar"? wohl kaum ...

es ist lösbar und dafür stehen mehrere hundert erfolgsberichte allein in den letzten 12 monaten.

im prinzip ist es ein lobbyproblem. medikamentenhersteller "beauftragen" mediziner mit einer studie und siehe da - nur das medikament ist die lösung ( achtung ironie! ).
das ist definitiv unwahr, denn diese kleine homepage hier, tausende betroffene und viele andere mediziner beweisen täglich das gegenteil.

das medikament hat seine daseinsbereichtigung. bei einigen funktioniert es - wenngleich auch deutlich kürzer als beworben, hat aber ein großes manko: setzt man es ab, ist alles so wie vorher. ohne training also kein langfristiger erfolg. und da wären wir wieder bei der anfangsfrage ...

um es kurz zu machen: genetik spielt eine rolle, aber keine alleinige. es gibt nicht DIE eine lösung, sondern viele verschiedene und oft ist es die kombination daraus, die die lösung bringt.

ich hoffe, das hilft dir erst einmal weiter!?

gruß

carsten

sepa
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Beitrag von sepa » Di Okt 30, 2012 6:23 pm

ja, das hilft schon weiter. es irritiert halt, wenn jemand keck die behauptung aufstellt, dass "training" ein alter hut und "die" wissenschaft weiter ist.

mohrinho
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Beitrag von mohrinho » So Nov 25, 2012 1:39 pm

Die neurobiologische Komponente spielt meiner Meinung nach schon eine entscheidene Rolle, allerdings MUSS dies nicht angeboren sein.
Zum Beispiel Depression ist auch ein Neurobiologisches "Problem", dass oft mit dem Serotonin Haushalt zu tun hat. Und Depression kann einfach so auftreten, sprich man ist nicht von 0 bis 100 Jahren depressiv, trotzdem glaube ich, dass manche dafür anfälliger sind oder nicht.
Auf jeden Fall haben bei mir SSRI sehr geholfen, ich konnte mit der Hälfte der Dosis, die man bei Depressionen benutzt den GV von 1 min zu 10-20 Minuten verlängern. Jedoch wie Carsten sagte, kam das Problem wieder als ich es ohne Medikamete probiert habe.

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