Bekanntes Problem - nur noch eine Stufe verschärfter...

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Parzival
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Bekanntes Problem - nur noch eine Stufe verschärfter...

Beitrag von Parzival » Do Feb 10, 2011 12:23 pm

Guten Tag!

Ich möchte mich kurz vorstellen: ich bin 37 Jahre alt und seit einiger Zeit leide ich unter vorzeiter Ejakulation. Aber nicht nur das, doch dazu später.

Vor nahezu 5 Jahren wurde bei mir Krebs (Melanom beim Nabel) diagnostiziert. Es folgten 2 Operationen mit einer anschließenden einjährigen Therapie (Interferon). Im Zuge der OP wurden mir in der rechten Leiste alle Lymphknoten entfernt. Das Jahr, in dem die Therapie war, war nicht sehr angenehm, die Nebenwirkungen waren ein Horror. In dieser Zeit hatte ich so gut wie nie Sex. Erstens wollte ich nicht, zweitens konnte ich gar nicht und drittens war die Beziehung zu meiner damaligen Freundin schon am scheitern.

Diese Beziehung ist dann auch gescheitert, was ich nicht wirklich bedauere. Noch während der Therapie (aber gegen Ende hin) ging ich mit einer anderen Frau eine Beziehung ein, die mir anfangs eitle Wonne vorspielte, dann aber doch ihr wahres Gesciht zeigte. Sex interessierte sie nicht und wenn, dann sollte es schnell gehen und am besten nur 1x/Monat das Standardprogramm. Rein, raus, fertig. Trotz allem hielt ich in dieser Beziehung 3 Jahre durch, weil ich mir einfach nicht eingestehen wollte, daß schon wieder eine Beziehung scheitern soll, daß es vielleicht so gehört und ich einem Traum nachlaufe, den es nicht gibt (dem Traum, in einer Beziehung glücklich sein zu können. In meinem Bekannten- und Verwandtenkreis gibt es kaum ein Paar, in dem es nicht krieselt). Letztendlich konnte ich aber nicht mehr und wir beendeten auch diese Beziehung (auch diesen Schritt habe ich nicht bereut. Ich kann mir keine Vorwürfe machen, nicht alles, das in meiner Macht steht, unternommen zu haben). Kurz darauf lernte ich meine jetzige Partnerin kennen. Eine wirklich wunderbare Frau. Attraktiv, sportlich, gebildet und kultiviert und: sie vermittelt mir den Eindruck, und ich habe ihn auch, daß sie wirklich etwas für mich empfindet. Ich empfinde das erste Mal wieder, seit langem, das Gefühl von Vertrautheit, Zuneigung, Geborgenheit und, ja, ich kann es nicht anders ausdrücken: Liebe. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, daß ich diese Frau liebe. Und ich weiß auch, ganz einfach, weil sie es mir zu verstehen gibt, daß sie etwas für mich empfindet. So weit, so gut.

Aber jetzt, nach Jahren der erotischen Sparflamme, versagt mir mein "bestes" Stück den Dienst, aber so gut wie komplett. Ich bin sogar schon so weit, mich als impotent zu bezeichnen. Warum das? Ganz einfach - es dauert erstens irrsinnig lange, bis er steif wird und dann, Jackpot, wenn er endlich steif wird, schießt er sofort. Oder, noch besser: er schießt schon, noch bevor er so richtig steif wird und wird, nach der Ejakulation, erst richtig steif. Herrlich, oder?

Ich war natürlich auch schon bei einem Urologen (ich hatte nämlich den Verdacht, daß bei einer der OPs etwas schiefgegangen ist und die an meinem Teil versehentlich irgendetwas "ruiniert" haben. Wenn man sich meine Narbe ansieht würde einem der Verdacht sofort kommen). Der Urologe hat mich natürlich untersucht und keine organischen Schäden festgestellt. Er hat mir daraufhin so ein Potenzmittel verschrieben (Viagra ist es nicht, ich weiß jetzt den Namen nicht, aber es hat dieselbe Wirkung wie Viagra). Das hat beim ersten Mal nicht schlecht funktioniert, aber dann schon wieder nicht mehr. Tja, und jetzt bin ich eben so weit, wie vorhin beschrieben. Es dauert ewig, bis er steht, und dann schießt er sofort. Ich komme meistens nicht einmal mehr dazu, einzudringen. Es ist einfach ein Teufelskreis. Vor allem, weil ich Sex einfach genießen will (und ihn bis zu meiner Erkrankung auch genossen habe und bis dahin nicht so schlecht war. Eine sonderliche Koriphäe war ich nie, das gebe ich zu, aber ich hatte durchaus meine Qualitäten, das weiß ich und nicht nur aus eigener Einschätzung). Jetzt ist es mittlerweile schon so, daß ich gerne Sex hätte aber nichts dergleichen unternehme, da ich weiß, daß ich sowieso wieder versagen werde. Das ist äußerst frustrierend.

Gleich vorweg aber: meine Freundin setzt mich dahingehend überhaupt nicht unter Druck!! Ganz im Gegenteil. Ich hätte mir nie gedacht, daß eine Frau für dieses Problem so viel Verständnis aufbringen kann. Sie ist eigentlich diejenige, die sagt, daß ich mir halt Zeit lassen soll, daß das schon wird und wir GEMEINSAM ein Lösung finden werden. Wenn ich ihr sage, daß ich halt gerne hätte, daß sie den Sex auch genießt, dann erklärt sie mir, daß es für sie schon schön ist, wenn wir uns in den Armen halten und sie die Zeit mit mir einfach nur genießt und schön findet. Sie behauptet, daß sie auf ihre Kosten kommt und ich mir darum keine Gedanken machen soll. Unterm Strich: sie setzt mich nicht unter Druck, sie verlangt nichts Unmögliches, geht auf mich ein, unterstützt mich UND ICH VERSAGE UND VERSAGE UND VERSAGE!!!!!!!!!!!!!!!! Ich verstehe das einfach nicht: ich bin erregt und bekomme ihn nicht hoch. Und ist er oben, ist das Drama auch schon wieder vorbei!!!!!

Wißt ihr, ich habe teilweise echt Angst, sie deswegen zu verlieren, aber sie sagt mir, daß das nie der Grund sein wird. Mir ist schon klar, daß ich derjenige bin, der sich unter Druck setzt, daß es an mir liegt, daß es nicht klappt (meine Freundin glaubt echt, daß es teilweise an ihr liegt, das ist aber nicht der Fall und das sage ich ihr auch!!).

Mein Problem bin ich selber, das weiß ich. Ich stehe mir selber im Weg. Erstens dadurch, daß ich Berufssoldat bin (da ist man ja immer bereit, kann immer, ist der totale Hengst und was weiß ich was es noch alles für Klischees gibt, die ich anscheinend unwissentlich und unbewußt verinnerlicht habe) und zweitens stehe ich, und das ist ja das kranke daran, mit meinen Vorgängern in Konkurrenz. Eine Konkurrenz, die ich mir aber selber aufbürde, weil ich immer und überall in allem der Beste sein muß. Meine Freundin sagt nämlich NIE, na das konnte der andere besser und da war der besser und und und. Das rede ich mir selber ein und ich kriege das nicht weg!!!!

Wirklich geholfen hat mir das Buch bis jetzt nicht, aber da ist der Zeitraum wahrscheinlich noch zu kurz. Vor allem bezweifle ich, daß bei mir das Buch überhaupt helfen kann. Im Moment habe ich mein Stück überhaupt nicht unter Kontrolle. Ganz im Gegenteil. Ehrlichgesagt befürchte ich fast, daß ich das nie mehr unter meine Kontrolle bekomme. Grundsätzlich bin ich kein Pessimist (wäre ich das, hätte ich den Krebs nicht überlebt), aber im Moment weiß ich überhaupt nicht mehr weiter.

Gestern habe ich auch schon das Internet befragt bezüglich Sexualtherapeut und so, bin aber nicht wirklich fündig geworden.

Na ja, mal sehen, irgendwie muß es weiter gehen. Allerdings habe ich im Moment keine Ahnung, wie. Irgendwie fühle ich mich mit 37 zu jung, um auf Sex verzichten zu müssen.

Von Hilfsmittel halte ich eigentlich gar nicht so wenig, von diesen Tabletten allerdings schon wieder weniger, da meiner Meinung nach die Spontanität damit flöten geht und Sex ist ja etwas Spontanes.

Vielleicht gibt es hier ja jemanden, der eine Idee hat, irgendeinen zündenden Gedanken.

Schönen Tag noch!

CS

erdbeerfeldheld
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Beitrag von erdbeerfeldheld » Do Feb 10, 2011 2:05 pm

Hallo,

mhm, es ist kopfsache! der kopf ist das größte sexualorgan und ich denke, dass dir alles nichts hilft, wenn du nich genau dort anfängst!
ich empfehle dir nun einmal ein buch, dass ich selber empfohlen bekommen habe hier im forum: sexuelle liebe auf göttliche weise von barry long. Der author ist ein verwirrter vogel und das was er schreibt ist stellenweise total widersinnig und wirr, ABER wenn du den kern des ganzen ersteinmal verstanden hast, dann wird dir klar, worum es geht! das buch beschreibt das ganze sehr spirituell und es ist stellenweise anstrengend zu lesen, aber er hat eine ganz klare botschaft!
mir hat das buch sehr geholfen und ich hoffe, dass es auch dich weiterbringt!

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