| Geschrieben
von Oliver am 30.Mai 2003 ( © Stillwasser® -
Auszug aus dem Buch "Vorzeitiger
Samenerguss"
)
„Lautstärke
und bewusstes Handeln“
Hallo Männer
und interessierte Frauen!
Ich habe es
geschafft und ihr schafft das auch! Insgesamt elf Jahre
lebte und litt ich mit und an ejaculatio praecox. Natürlich
wusste ich nicht von Anfang an, dass es dafür einen oder
speziell diesen Namen gibt, aber ich habe im Laufe der Zeit
viel gelernt.
Also, ich hab
meinen Spaß gehabt, habe meine Jugend ausgekostet und mich
erst jetzt gebunden. Doch es gab fast immer einen
Wermutstropfen. Ich kam relativ zeitig, eigentlich immer vor
der Frau. Außer in einem Falle, aber darauf gehe ich später
ein. Ich war früher aber eher egoistisch eingestellt, so
machte es mir anfangs nicht viel aus. Irgendwann jedoch
machte mich eine Freundin darauf aufmerksam und verlangte
recht energisch nach ihren Freuden und zwar nicht durch
orale Stimulans, sondern durch Geschlechtsverkehr. Daraufhin
änderte sich meine Denkweise schon sehr. Ich versuchte mein
Bestes, aber es wollte nicht länger dauern. Letztlich war
das tatsächlich für die Frau ein Grund, mich zu verlassen.
Ich fühlte mich in meiner Männlichkeit verletzt und das
war nun mein Maßstab.
Einige Zeit
später lernte ich eine Frau kennen, die das sprichwörtliche
„Brett“ war. Ich bitte euch, insbesondere die Frauen,
dies nicht misszuverstehen, aber das bringt es am ehesten
auf den Punkt. Diese Frau regte sich kein Stück, man hatte
das Gefühl, sie würde alles über sich ergehen lassen.
Irgendwie machte mir das nicht so richtig Spaß und ich kam
auch sehr viel später, manchmal sogar gar nicht. Naja, die
ganze Geschichte lief nicht lange und ich schenkte dem auch
nicht mehr viel Bedeutung.
Nach einigen
Liebschaften, wo sich das Problem des frühzeitigen Kommens
wieder einstellte, fand ich dann zu meiner jetzigen
Partnerin. Aber auch bei ihr kam ich viel zu schnell. Ich würde
sagen, es dauerte so knapp über eine Minute reinen Verkehrs
und es war vorbei. Auch Wiederholungen ( bis zu vier
nacheinander! ) brachten da keine Besserung. Ganz im
Gegenteil, mein Penis schmerzte dann sogar aufgrund der
viele Einsätze hintereinander.
Ich überlegte
dann hin und her und sah im TV mal eine Sendung über Ängste.
Dort wurde gezeigt, dass man mit bestimmten Atemtechniken
Linderung erlangen kann. Das wollte ich ausprobieren und ich
atmete während des Sex langsam und tief. Leider brachte das
nicht den richtigen Erfolg und meine Freundin sprach mich
sogar an, ob ich denn keinen Spaß habe. Dann fing ich an,
zu grübeln und mir fiel schlagartig ein, dass der Sex ja
schon mal lange andauerte und zwar mit der Frau, die sich
nicht rührte bzw. nichts von sich gab. Für mich als
praktisch denkender Mensch lag darin die Lösung. Es war
also kein Defekt meinerseits, sondern wurde durch äußere
Faktoren beeinflusst. Ich dachte lange nach und überlegte,
was zu tun ist. OK, es konnten zwei Dinge oder die
Kombination dieser Dinge sein. Die Bewegungen meiner
jetzigen Partnerin oder das Stöhnen, das sie von sich gab.
Welchen konnte ich beeinflussen? Ich ging kurzerhand in den
Baumarkt und kaufte mir sogenannte Gehörschutzstöpsel. Am
gleichen Abend lag meine Freundin schon im Bett und ich ging
bewusst im Dunkeln ( mit den Stöpseln im Ohr ) ins
Schlafzimmer und zu ihr ins Bett. Die Geschichte mit den Stöpseln
mag manchem ungewöhnlich oder gar lächerlich erscheinen,
aber es hat funktioniert! Ich bin zwar immer noch vor ihr
gekommen, aber ich hielt einige Minuten aus. Ich konnte in
ihr sein, mich leidenschaftlich mit ihr bewegen und es
erstmals länger zu genießen.
Das
veranlasste mich, nach weiteren Faktoren zu suchen. Das
Problem wurde eingekreist. Für mich war aber auch klar,
dass ich ab diesem Zeitpunkt mit meiner Freundin darüber
reden muss, um es offen und ehrlich mit ihr zusammen
anzugehen und nicht irgendwann aufgrund der Stöpsel im Ohr
überflüssige Problemgespräche führen zu müssen. Das
Gespräch war ungemein offen und auch sehr lang. So intensiv
habe ich mich schon lange nicht mehr mit ihr unterhalten.
Ich habe ihr erklärt, dass ich ihren erregten Bewegungen,
ihrem Blick und vor allem ihren Geräuschen nicht
widerstehen kann und, dass es mir fast unmöglich ist, es
lange in ihr auszuhalten. Ich erzählte ihr auch von meinem
Experiment mit den Stöpseln. Sie musste lachen, ziemlich
lange sogar, doch dann hielt sie inne und meinte, sie wolle
mich damit nicht verletzen. Naja, ich fand die Situation
auch komisch und ich glaube, es ist immer besser, vieles
etwas lockerer zu sehen. Sie fragte dann, wie sie mir helfen
kann und ich meinte, dass ein etwas passiveres Verhalten,
was Bewegungen und Geräusche angeht, meiner Ausdauer helfen
kann.
Danach
folgten einige Experimente, wie weit sie gehen darf, so dass
ich nicht gleich soweit bin, aber auch nicht so, dass sie
keinen Spaß mehr daran hatte und ich somit auch nicht. Es
waren schon einige Nächte, wo sie sich stark
zusammengerissen hat, zumindest für einen gewissen
Zeitraum. Letztlich gelang das Ganze aber immer besser und
durch eine Kombination meinerseits von langsamerer,
bewusster Atmung, dem Schließen meiner Augen, Stellungen,
bei denen sie „weit offen“ war sowie ihrer anfangs
gedämpften Lautstärke klappte es super. Mittlerweile kann
ich 15 Minuten und mehr und auch meine Frau kann sich nach 3
Monaten der Zurückhaltung wieder richtig gehen lassen. Ich
habe gelernt, mich zu kontrollieren und die richtigen
Stellungen zu benutzen, vielleicht ist es auch eine Art
Gewohnheit geworden. Genau kann ich es nicht sagen.
Ich möchte
die Möglichkeit nutzen, mich bei meiner Frau zu bedanken.
Ich weiß nicht, ob das jede Partnerin mitgemacht hätte.
Danke Schatz!!
Noch ein
Hinweis an die Männer. Die Partnerschaft sollte schon zu
100% funktionieren, um so etwas erfolgreich praktizieren zu
können. Leicht können Missverständnisse entstehen oder
die Frau kann den Spaß am Sex verlieren, denn sich gehen zu
lassen, ist sehr wichtig für die Sexualität. Wenn ihr die
Balance haltet, sensibel handelt und beide wirklich an der Lösung
des Problems interessiert sind, wird es klappen. Ich drück
euch die Daumen!
Euer Oliver
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